40 Märtyrer: Helden des Glaubens im eisigen Martyrium

40 Märtyrer: Helden des Glaubens im eisigen Martyrium

Zwischenbilanz der Fastenzeit

Guten Morgen und grüß Gott am heutigen Samstag, dem 9. März, dem Abschlusstag der 3. Fastenwoche. Damit ist die erste Hälfte dieser Fastenzeit vorbei und es ist sicher ein Anlass, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Bin ich in dieser bisherigen Zeit den Anrufen Christi zu Erneuerung des Lebens gerecht geworden? Wie sollte ich mich in den 3 Wochen bis zum Karfreitag bemühen? Was sollte ich bessern?

Einleitung in den Tag

An diesem Samstag begleiten uns 40 heilige Märtyrer, die einen schrecklichen Tod durch Erfrieren auf einem vereisten Teich erleiden mussten. Unfaßbar, wie sie das durchgehalten haben! Beginnen wir diesen Tag im Zeichen des heiligen Kreuzes, durch das auch wir gestärkt werden für unser kleines tägliches Opfer: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Die Geschichte der 40 Märtyrer

Wir gehen heute zurück in die Zeit der größten und schrecklichsten und zugleich letzten der großen 10 Christenverfolgungen im gesamten römischen Reich. Im Westen des Reiches war es Kaiser Maxentius, im Osten der Mitregent Licinius – diese gaben die Befehle, um die „Pest des christlichen Glaubens“ auszulöschen und das Reich wieder, wie sie glaubten, stark und einig zu machen unter der Oberhoheit der römischen Götter. Nun sollte sich endgültig zeigen, wer der wahre Herr der Welt ist: die römischen Götter und ihre verdorbenen irdischen Vasallen oder Christus und seine lauteren Diener und Dienerinnen.

Es war im Jahre 320. Im Ostreich hatte Licinius eine gnadenlose Christenverfolgung angeordnet. Damals lag in der armenischen Stadt Sebaste, der Mittelmeer-Hafenstadt und Provinzhauptstadt von Kappadozien, die sogenannte „Donnerlegion“, in welcher auch christliche Armenier dienten. Besonders eine Gruppe von 40 Männern tat sich hervor als fest vereinte Christenschar innerhalb der Legion. Das konnte nicht verborgen bleiben. Bei Ausbruch der Christenverfolgung wurden sie sofort ihrem General vorgeführt und dieser verlangte von ihnen, sich von Christus loszusagen und den römischen Göttern zu opfern und zu huldigen. Wie ein Mann standen die 40 zusammen und lehnten diese Forderung ab. Wohl seien bereit, so erklärten sie, für den Kaiser und das Reich Kerker, Marter und Tod auf sich zu nehmen, wenn es im Kriege von ihnen verlangt würde. Aber den Abfall vom Glauben und die Verleugnung der Ehre des christlichen Namens – das könnte man nicht von Ihnen verlangen.

Nun begann der Leidensweg für diese edlen 40. Zunächst wurden sie mit Schlagstöcken furchtbar zugerichtet. Man prügelte sie wund und blutig, schlug ihnen die Zähne aus, legte sie in Ketten und ließ sie tagelang ohne Speise und Trank im Kerker liegen. Aber den sittenlosen „Göttern“ und „Göttinnen“ huldigen? Dem Kaiser mehr gehorchen als Gott? Den Forderungen des Generals zu folgen? – Niemals!

Da ersann der General eine grauenhafte Todesstrafe. Tod durch Erfrieren. Es war bitterster Winter und ein nahegelegener Teich vollkommen zugefroren. Noch in den dicksten Wollkleidern froren die Menschen. Die 40 aber wurden aufs Eis gebracht, mussten sich nackt ausziehen, um hier jämmerlich zu erfrieren. Und für alle wurde die große Versuchung am Rande des Eises aufgebaut: im Wachhaus, in welchem Soldaten ihre Kameraden bewachen mussten, war ein warmes Bad und Speise und Trank vorbereitet und standen bereit für jeden Abtrünnigen.

Das Gebet und die Wunder

„Herr“, so lauteten die Worte ihres ständigen Gebetes, „Herr! Zu 40 sind wir für den Glauben an dich in diesen Kampf gegangen. Zu 40 lass uns auch die Krone der Herrlichkeit erringen! Lass nicht einen fehlen an dieser Zahl, die du durch dein 40-tägiges Fasten geheiligt hast.“ So beteten sie auf dem Eis immerfort, drei Tage und zwei Nächte. In der dritten und letzten Nacht hatte einer der Wachsoldaten ein Gesicht: er sah ein Licht vom Himmel her sich auf den Teich niederlassen. Goldene Kronen glänzten und funkelten darin. Er zählte. 39. Und so oft er zählte – stets waren es 39. Darüber wunderte er sich sehr. Da geschah es: einer aus der Schar auf dem Eis löste sich von ihr, um das Wachhaus aufzusuchen. Nach wenigen Schritten jedoch brach er tot zusammen. Welch ein Jammer! Nun hatte dieser sowohl sein Leben in der irdischen als auch in der himmlischen Welt verloren.

Der Wächter aber, der das ganze Geschehen von Anfang bis Ende gesehen hatte, war so ergriffen, dass er

sich als Christ bekannte, aufs Eis ging und sich zu den Christenhelden gesellte, um die heilige Zahl Vierzig wiederherzustellen. Gleich darauf sahen alle 40, wie vom Himmel her noch eine weitere Krone, die 40. niederstieg. Auf diese Weise vollendeten im Jahre 320 40 christliche Soldaten ihr Martyrium für den Glauben und vollbrachten einen wundervollen Sieg über die Gottlosigkeit des Kaisers. Nachdem alle verstorben waren verbrannten die Christenverfolger ihre Körper. Mutige Christen aber bargen die Überreste, wodurch ihre Reliquien in alle Welt gelangten und die Herzen vieler Menschen für Christus gewannen. Es geschah, was durch Christus selbst geschah: die Feinde und Mörder Christi und seiner Diener bereiten dich gerade durch ihr Morden die eigene Niederlage.

Schlussgedanken

Jesus richtete seine Augen auf seine Jünger und sprach: Selig, ihr Armen; denn euer ist das Reich Gottes. Selig, die ihr jetzt Hunger leidet; ihr werdet gesättigt werden. Selig, die ihr jetzt weint; ihr werdet lachen. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und verstoßen und beschimpfen und euch den guten Namen rauben um das Menschen- Sohnes willen. Freut euch und jubelt an diesem Tag; denn euer Lohn ist groß im Himmelreich.

Es ist mit diesem Ereignis so, wie bei vielen, vielen anderen Martyrien: wenn es nicht alles vollkommen glaubhaft und sicher übermittelt wäre, könnte man es kaum glauben. Solch ein Mut! Solch ein christlicher Glaube! Und dann dieses Sterben in Eiseskälte! — Unfaßbar. Aber wir sehen: wer sich auf Christus verlässt wird niemals verlassen sein. Wer seine menschliche Schwäche der Kraft Christi anvertraut, wird niemals scheitern. So laßt auch uns mit unserem Leben und Mühen ganz auf ihn vertrauen!

Vater unser

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