Der „Urknall“ der Kirche

Der „Urknall“ der Kirche

You are currently viewing Der „Urknall“ der Kirche
Der „Urknall“ Der Kirche

CJC-Werbebanner zur Anfrage von Unterstützungen und Spenden

Wann hat sich das Pfingsten damals ereignet?

„Damals“: Wann war das – damals?
Auch wenn die Forscher sich nicht in jedem Falle völlig einig sind, so bleibt doch festzuhalten, dass es sich um reale historische Ereignisse gehandelt hat. Es ist nicht ein „Es-war-einmal“ eines Märchens. 
Es gibt ein festes Zeitgerüst für die Ereignisse des Lebens Christi – auch wenn die Daten hier und da kleine Unsicherheiten enthalten. 
So ist die Geburt Jesu allen historischen Forschungen zufolge mit Sicherheit für das Jahr 7 „vor Christus“ anzusetzen, auch wenn man Datum und Monat nicht genau bestimmen kann.
> Wenn du mehr über die Zeittafel des Leben Jesu erfahren möchtest, empfehlen wir den folgenden Beitrag unter dem Titel Zeittafel des Lebens Jesu

Was hat sich damals ereignet? 

Eine lebendige und realitätsnahe Schilderung des Pfingsereignisses
Die Berichte der Evangelien und der Apostelgeschichte stellen das Pfingstgeschehen mit ihren wesentlichen Aspekten dar. Der Verfasser hat aus diesen Grundlagen in Kombination mit sonstigen geschichtlichen und religiös-kulturellen Daten folgende ausführlichere Schilderung zu formulieren gewagt:

Der „50.Tag“ (nach dem Passah-Fest) 

Oder: Das „Sieben-Wochen-Fest“

Es naht das Pfingstfest. Der 50. Tag nach Passah/Ostern, das „7-Wochen-Fest“. Jerusalem füllt sich seit einigen Tagen mit Massen von Besuchern aus aller Welt. War Passah ein Fest, das fast nur von der jüdischen Bevölkerung in Palästina gefeiert wird, weil Passah am Anfang des Frühlings liegt, wenn es noch kalt und regnerisch ist, so ist Pfingsten ein Fest des schönen Frühlings oder Frühsommers. Dann sind die Wege und Straßen wieder besser passierbar, die Herbergen und Zeltunterkünfte einladender und die Schifffahrt des Mittelmeeres ist wieder freigegeben. So können nun Menschen aus allen Teilen der Welt anreisen: die im ganzen Römereich verstreuten Juden der verschiedenen synagogalen Ausrichtungen und große Scharen von sogenannten „Gottesfürchtigen“, d. h. Menschen, die zwar nicht vollständig dem jüdischen Volk angehören, aber denen die oft ungezügelten, sinnlosen, ja abergläubischen und unmoralischen Götzenkulte der verschiedenen Volksreligionen zuwider sind und die sich deswegen dem jüdischen Glauben, besonders dem Gesetz des Mose, der Tora, angeschlossen haben. Nun also, Mitte Mai, 50 Tage nach Passah, wird dieses Fest der Tora gefeiert: das Ereignis am Sinai, als Gott unter gewaltigem Gewittergetöse auf dem Berg erscheint und Mose dort auf zwei Steintafeln die ewigen Gebote für das Volk und die ganze Menschheit empfängt. Gott verkündet dem Volk Schutz und Segen, wenn es diese Gebote hält – Tod und Untergang aber, wenn es diese Gebote mißachtet. Dem ganzen Volk ist bewußt, daß es die Strafe der Babylonischen Gefangenschff und später der Entweihung des Tempels durch Alexander den Großen erleiden mußte, wegen der Mißachtung dieser Gebote. 
Während die Stadt sich nun füllt, haben sich die Anhänger Jesu in einem Haus auf den Zionshügel eigeschlossen. 
Ein Stimmengewirr aus Sprachen und Dialekten der ganzen Welt füllt die Gassen und Plätze. Doch ein Motiv vereint sie alle: sie wollen hier in Jerusalem das Ereignis vom Berge Sinai feiern, und den Bund mit Gott erneuern, der Israel zum großen messianischen Volk für die ganze Welt machen wird. Sie alle sind überzeugt, dass dies die Gebote des einen wahren Gottes sind, welche sich der Sittenlosigkeit, Willkür und Dekadenz in der Welt entgegenstellen.
Dabei liegt eine gewisse Spannung auf der Stadt. Auch die von ferne Angereisten erfahren etwas von dem Drama, das sich hier zum Passahfest vor sieben Wochen ereignet hatte: die Kreuzigung eines gewissen Jesus von Nazareth, der drei Jahre lang als der verheißene Messias das Land in großa Aufruhr versetzt hatte und von dem viele die Neuerrichtung des davidischen Reiches Israel erhofft hatten: die Erfüllung der Verheißungen von Gesetz und Propheten. Die Führer des Volkes, Hohepriester, Schriftgelehrte und Pharisäer, aber hatten ihn als falschen Propheten und Gotteslästerer verurteilt und durch die Römer am Kreuz hinrichten lassen. Und nun rumorte es in manchen Kreisen, dass dieser Messias aber doch von Gott bestätigt worden und wieder zum Leben erweckt sei. Aber die wenigen Anhänger hatten sich ängstlich versteckt. Und so blieb diese Geschichte für die meisten nur ein Gerücht.
Man feierte unbeschwert im Tempel, in Synagogen, auf Gassen und Plätzen dieses schöne Fest mit Toralesungen und Lehrveranstaltungen, mit feierlichen Opferkulten und Gesängen im Tempel  – und auch mit fröhlichem Essen und Trinken, mit Tänzen und Volksliedern. 

Das Ungeahnte geschieht: Naturwunder und Sprachenwunder 

Am Tag nach dem Sabbath, dem ersten Wochentag, geschieht jedoch Ungeahntes. Am hellen Vormittag wird es draußen dunkel: düsteres Gewölk zieht auf, durchzuckt von flammendem Licht, umbraust von stürmischem Wetterschlag. Es wird unheimlich. Alles Volk schreckt auf und eilt zum Tempel. Doch es ist nicht der Tempel, es ist der höchste Punkt der Stadt, der Zionshügel, wo sich dieses Ereignis zusammenbraut. Man eilt dorthin. Und dann geschieht etwas noch Spektakuläreres: es fallen Flammen wie Feuerzungen herab, anscheinend in das große Haus dort oben. Unheimlich wie ein Weltuntergang. Entsetzen breitet sich aus. Eine riesige Feuersbrunst mitten in der Stadt? Aber nichts wird zerstört oder verbrannt. Alles zeigt sich zauberhaft und wunderbar. Sturm, Gewölk und Feuerzungen bilden ein fantastisches unerklärliches Naturereignis. Atemloses Staunen bei den Massen.
Und unbemerkt von den Massen geht in diesem Haus oben auf dem Zion etwas noch Merkwürdigeres vor sich. Die Feuerzungen kommen auf sie alle hernieder, besonders auf die Apostel und die heiligen Frauen, um die sich die ganze Schar der Gläubigen jetzt drängt – mittlerweile ungefähr 120 Personen. 
Und von diesen Flammen wird tatsächlich ein gewaltiges Feuer entzündet. Nein, kein irdisches Feuer. Nicht das Gebälk und das Inventar des Hauses geraten in Brand, nein, es sind die Menschen, die Apostel, die ganze Schar der Versammelten! Sie spüren eine innere Kraft, die sie aufwühlt. Sie verlieren jede Angst Hemmung.Was wie ein Vulkan in ihnen geschlummert hat, bricht nun hervor. Nichts hält sie noch in ihrem Versteck. Sie reißen Türen und Fenster auf, stürmen nach draußen zu den Menschen und beginnen zu predigen. Auch wenn es sinnlos erscheint. Wie sollen sich denn diese Fischer vom See Genezareth in diesem Sprachengewirr verständigen?
Aber was ist das? 
Sie werden von allen Leuten verstanden! Unmöglich! Aber tatsächlich. Sie sprechen von jenem Christus, dem wahren Messias, dem gekreuzigten und auferstandenen, in ihrer hebräischen und aramäischen Fischersprache – und sie werden verstanden von den Griechen, den Römern, den Nordafrikanern, Syrern, Arabern, Kappadoziern….. Jeder hört sie in seiner Muttersprache reden. 
Einige der Zuhörer jedoch rotten sich bei den Pharisäern und Schriftgelehrten zusammen, die jetzt anfangen zu spotten und zu höhnen: Die Leute sind ja wohl betrunken! Hier und da ertönt grölendes Gelächter, weil man sich über ihre Reden lustig macht. Die Pharisäer versuchen, das Volk wieder auf ihre Seite zu bringen, so wie damals vor Pilatus, als man es anstachelte zum „Kreuzige-kreuzige- ihn!“ 
 

Die erste Predigt des Petrus

Dann stürmt Petrus auf ein Podest, reißt die Arme empor und verschafft sich Ruhe. „Israeliten! Diese Leute sind nicht betrunken!“ Im Volk tuschelt man: „Das ist der Nachfolger! Der Stellvertreter dieses Jesus, der angeblich gekreuzigt und auferstanden ist. Ruhe! Hören wir! Das wird sicher spannend!“ 
„Der, der gehört ins Gefängnis!“ So verbreiten die Pharisäer ihr Gift: „Seine Leute haben doch diesen Jesus aus dem Grab gestohlen und verkünden jetzt ihre Märchengeschichte von der Auferstehung!“
Doch die Stimme des Petrus über- schallt sie alle und die Massen werden still. Und dieser ungebildete Mann, der noch vor drei Jahren nichts kannte als den See, das Wetter und den Fischfang, der hält jetzt wie aus dem Nichts die ergreifendste Predigt seines Lebens:
„Seht diese Naturerscheinungen, das düstere Gewölk und das Blut, die Feuerzungen und qualmenden Rauch, die Verfinsterung der Sonne… das alles sind die Vorboten für das Ende dieser Welt, wie es schon die Propheten vorausgesagt haben. Christus ist nun der Herr der Welt geworden. Er ist aufgestiegen in den Himmel. Das haben wir alle erlebt und können es mit unserem Leben bezeugen. Und er kündigt nun seine Wiederkunft an. Er wird kommen, um alle Menschen zu richten!“
Und unerschrocken wendet sich Petrus nun direkt an die Gruppe der Pharisäer: „Ja, Jesus, den ihr gekreuzigt habt, ihr die ihr jetzt spottet und höhnt – glaubt ja nicht, dass er wirklich tot ist. Er ist wahrhaftig auferstanden! Die Geschichte von dem Diebstahl habt ihr selbst erfunden und für ihre Weitererzählung die Wachsoldaten bezahlt! Sein Grab ist wirklich leer. Uns einen Grab-Raub zu unterstellen ist eine abscheuliche Lüge! Und ihr selbst wißt, daß es eure eigene Lügengeschichte ist!“
Und dann wendet sich Petrus direkt an das Volk von Jerusalem, das auch hier in großen Zahlen versammelt ist: 
„Ihr Israeliten, hört mich an, einen Mann aus eurer Mitte. Ihr habt euch von den Pharisäern verführen lassen und vor Pilatus die Kreuzigung Jesu verlangt, obwohl ihr alle seine Wunderzeichen und seine Wohltaten in eurer Mitte erlebt habt. Ihr alle sollt es wissen: dieser Jesus, der wahre Messias Israels, wurde von den Wehen des Todes befreit; er wurde auferweckt! Er lebt! Wunderbar verwandelt, doch wirklich. Wir haben mit ihm gesprochen, gegessen und getrunken – vierzig Tage lang, bis er vor 10 Tagen vor unseren Augen in strahlender Herrlichkeit in den Himmel aufstieg. Dabei hat er uns geboten, seine Beitschaft in die ganze Welt zu tragen, damit jeder, der glaubt, getauft werde und gerettet wird. Nun herrscht er als König über alle Welt. Und schon bald wird er wiederkommen in Macht und Herrlichkeit, um Gericht zu halten über die Lebenden und die Toten! Jeden wird er nach seinen Taten richten! Und dieses Gericht beginnt schon jetzt.“
Die Spötter sind still geworden und viele Menschen auf dem weiten Platz tief beeindruckt: „Was sollen wir denn jetzt tun?“ fragen viele. Und Petrus fährt fort: „Brüder! Ich weiß, ihr habt aus Unwissenheit gehandelt. Deswegen bekehrt euch und glaubt an Jesus, den Herrn und ein jeder lasse sich taufen auf den Namen des Herrn, damit er am Ende der Zeit gerettet wird! Ja, lasst euch retten aus dieser verdorbenen Gesellschaft!“
 

Die erste große Taufaktion: Die „Kirche“ wird geboren. 

An diesem Tag lassen sich 3000 Menschen von den Aposteln taufen.
Jesus hatte den Apostel befohlen, in die ganze Welt zu gehen, um die Menschen zum Glauben zu bekehren und zu taufen. Aber sie sind noch gar nicht losgezogen, da kommen die Völker schon zu Ihnen, und – unglaublich!
– 50 Tage nach Tod und Auferstehung Jesu gibt es schon 3000 Menschen aus allen Regionen der Welt, die getauft sind und den Grundstock einer Weltkirche bilden, die sich nun mehr und mehr ausgestaltet.
Und diese Kirche weist schon alle Strukturen auf, die sie für immer charakterisieren wird:
– Sie heißt „Kirche“, wie Jesus sie bei  der Verkündigung des Felsenamtes
  Petri schon genannt hatte: ein Name, der ein klares Alleinstellungsmerkmal darstellt
– Sie weist den klaren Primat des  Petrus vor allen anderen Aposteln  auf. Alle Apostel bilden unter seiner Führung die Körperschaft der Kirche. 
– Sie zeigt die Vollmacht der Apostel, die Sakramente – hier das  Grundsakrament der Taufe – zu  spenden als wirksames Mittel der Sündenvergebung und des ewigen Heiles. 
– Sie vollzieht den  Auftrag und die  Vollmacht, die Lehre und  Botschaft Christi gültig zu verkünden und die Bibel, das Gesetz und die Propheten, verbindlich auszulegen. 
– Sie versteht sich als die eine Kirche:   als die neue Heilsgemeinschaft für alle Völker und alle Menschen;  als Erfüllung aller Propheten und  damit als Ablösung des alttestamentlichen Volkes und
  Beendigung der Tempelkulte; als die neue und einzige Religion für das Heil aller Menschen. 
– Sie ist eine immer missionierende  Kirche; eine nie ruhende Kirche, bis. zur Vollendung der Welt. 

Gib hier deine Überschrift ein

Schreibe einen Kommentar