Die „Explosion des Urknalls“ Die Ausbreitung der Kirche in den ersten drei Jahrhunderten

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Das Pfingstereignis ist kein geschlossenes Ereignis. Es ist keine Schlussveranstaltung, sondern eine Auftaktveranstaltung.
Von nun an ist die Kirche eine Kirche des Heiligen Geistes, der sie ausbreitet über die ganze Welt.
 

Die erste Phase: Die Zeit der Apostel.

Die ersten 100 Jahre der Kirche

„Geht hinaus in die ganze Welt und macht alle Menschen zu meinen Jüngern…!“ So lautete das Testament des Herrn. Die ganze Welt? Zwölf „Männer aus Galiläa“ sollen die ganze Welt gewinnen? Und das unter ständiger Verfolgung? 
Sehen wir, was geschieht. 
Sofort nach Pfingsten beginnt die Verkündigung der Apostel in Jerusalem, dann in Judäa, Samarien und Galiläa. Überall können sie viele Juden bekehren und taufen;  aber auch die ersten Nichtjuden („Heiden“): Den Kämmerer der Königin Kandake aus Äthiopien und den Römischen Hauptmann Cornelius. Pausenlos werden sie dabei vom Hohen Rat verfolgt, gerichtlich verurteilt, eingekerkert. Das Schicksal Jesu trifft auch sie. 
Petrus kann durch die Hilfe eines Engels dem Kerker entkommen und muß Jerusalem verlassen und wendet sich der Mission in Kleiasien, Griechenland und Rom zu. 
Stephanus wird nach einer fulminanten  Predigt von fanatischen
Pharrisäerbünden unter Leitung des fanatischen Christenhassers Saulus aus Tarsus in Jerusalem gesteinigt. 
Paulus aber, der bei seinem wütenden Angriff auf die Christen in Damaskus durch den auferstandenen Christus bekehrt wird, wandelt sich zum wirkungvollsten Missionar Christi, der große Teile Kleinasiens, sowie Griechenlands bekehrt, bis er als Gefangener nach Rom gebracht wird und dort noch in der Gemeinde intensiv wirken kann; der von dort aus sogar noch eine Missionsreise nach Spanien unternimmt und schließlich im Gefolge des furchtbaren Brandes in Rom, der vom Kaiser Nero den Christen angelastet wird, zusammen mit Petrus im Jahre 67 hingerichtet wird. Paulus war es, der auf dem Apostelkonzil im Jahre 48/49 für die Kirche das Tor zur Heidenmission aufstieß, indem die Gültigkeit der Jüdischen Gesetze (besonders die Beschneidung) für Christen aufgehoben wurden. 
Alle Apostel unternehmen ausgedehnte Missionsreisen:
Andreas wirkt von Südrußland her über die Walachei bis Achaia (Nordgriechenlandl und erleidet in Patras den Mätyretod. 
Johannes wirkt zunächst mit Petrus in Jerusalem und Judä, geht dann mit Mutter Maria und Magdalena in die Weltstadt Ephesus in der Provinz Asien, gründet sieben Gemeinden, entkommt dem Todesurteil des Kaisers Domitian, indem er einem Kessel siedenden Öles unversehrt entsteigt; wird auf die Insel Patmos verbannt und scheibt dort die Apokalypse, das letzte Buch der Bibel.
Der einzige Apostel, der hundertjährig, eines natürlichen Todes stirbt. 
Philippus predigt in Phrygien (heute Zentraltürkei) und wird dort in Hierapolis ermordet. 
Matthäus schreibt das erste Evangelium für die Judenchristen, begibt sich dann nach Persien und wird dort verbrannt und enthauptet. 
Jakobus d. Ältere, Bruder des Johannes, bleibt noch lange in Jerusalem, bis er im Jahre 42 von Herodes Agrippa hingerichtet wird. Sein Leichnam wird während des Jüdischen Aufstandes (66/67) vor der Zerstörung Jerusalems am Sinai in Sicherheit und von dort im 8. Jahrhundert von Spanischen Seefahrern nach Gallizien, Nordspanien, gebracht, wo er bis heute in Santiago de Compostella das Ziel großer Pilgerreisen ist. 
Jakobus der Jüngere, ein beim Volk hochangesehener „Gerechter“, der erste reguläre Bischof von Jerusalem. 
Vom Hohenpriester Ananus wurde er im Jahre 63 gesteinigt und zusätzlich mit einer schweren Keule zerschlagen. Bis heute verehrt die Jakobus-Kathedrale der Armenier in der Alltstadt Jerusalems sein Andenken. 
Thomas gelangt auf seiner Missionsreise über Medien und Persien bis nach Südindien, wo er von fanatischen Götzenpriestern, von einer Lanze durchbohrt, den Märtyrertod erleidet. 
Judas Thaddäus predigt sowohl im Süden, in Arabeien als auch im Norden, in Persien und Mesopotamien, wo er gemartert und ermordet wird. 
Bartholomäus, auch Nathanael genannt, begibt sich zunächst nach Arabien und wird dann der Apostel Armeniens. Ihm gelingt dort die Bekehrung. des Königs und der Königin und dadurch des ganzen Volkes. Eiferdüchtige Götzenpriester nehmen ihn gefangen, ziehen ihm die Haut bei lebendigem Leibe ab und schlagen ihn an ein Kreuz. 
Matthias, für Judas ins Apostelkollegium gewählt, widmet sich der Mission in Äthiopien und wird dort gekreuzigt. Sein Leichnam gelangt nach Rom, dann durch Kauserin Helena nach Trier. 
Simon der Zelot predigte in Ägypten und Nordafrika. Seine Hinrichtung ist besonders grausam: er wird kopfüber an ein Kreuz gebunden und mitten durchgesägt. 
So war das gesamte Römische Weltreich zum Ackerfeld des Samens des Evangeliums geworden – und noch darüber hinaus wurde es in  Arabien, Äthiopien, Indien und Armenien ausgesät. 

Die welthistorische Wende:

Das Weltreich Roms wird christlich. 

Mit der Hinrichtung von Petrus und Paulus in Rom im Jahre 67 und mit dem Untergang Jerusalems im Jahre
70 waren endgültig die Weichen gestellt für den Aufbruch der Kirche in eine neue Dimension: von nun an verließ die Kirche mehr und mehr den engen Rahmen des Judentums, und Rom, das Zentrum der Welt, wurde Zentrum auch der Kirche.
Am Ende stand sogar die epochale „Konstantinische Wende“, indem im Jahre 312 der schreckliche Kaiser Maxentius an der Milvischen Brücke in Rom von Konstantin besiegt wurde und dieser seinen Sieg der Fügung Christi verdankte. Nun zeigen sich die Früchte einer fast 300jährigen blutigen Verfolgung der Christen, welche in allen Teilen des Reiches die christlichen Gemeinden aufwachsen ließen, sodaß Konstantin sein Reich dembwahren Gott weihen konnte. Ein Weltreich wurde katholisch! 
Bis dahin waren 10 grausame Verfolgungswellen durch das Reich gegangen, von Nero bis Diocletian und Maxentius. Das Blut Hunderter von Märtyrern tränkte die Erde des Reiches
und – wie es der Kirchenvater Cyprian von Karthago um 250 mitten in den Verfolgungen sagt – das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche. 
Der Heiligenkalender der Kirche ist voll von den Namen der Märtyrer dieser ersten 3 Jahrhunderte; von Stephanus, Petrus und Paulus bis Agnes, Barbara, Pankratius und den Soldatenmärtyrern Victor und Mauritius und hunderter ihrer Kameraden. Unmöglich, ihnen allen an dieser Stelle ein Gedenken zu widmen. 
Sehen wir in diesem Zusammenhang nur, wie sich der pfingstliche Gebetsruf erfüllt: Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu! 
Tatsächlich hat dieser „Urknall“ des Pfingstereignisses etwas ausgelöst, was keine Geschichtsschreiber voraussehen konnte. Er hat den Lauf der Dinge völlig verändert, die Welt erneuert, das Antlitz der Erde verwandelt. Ein Wunder geschah vor den Augen der ganzen Menschheit.

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