Vom Leid zur Heiligkeit: Die inspirierende Geschichte der Heiligen Josephine Bakhita

Vom Leid zur Heiligkeit: Die inspirierende Geschichte der Heiligen Josephine Bakhita

Einleitung

Guten Morgen und grüß Gott am heutigen Donnerstag, dem 8. Februar. Bakita – Du hast Glück gehabt – so wurde sie spöttisch gerufen, weil sie ihren richtigen Namen nicht mehr wusste. So brutal war ihr Schicksal von Kindheit an. Und doch wendete sich schließlich alles in wunderbarer Weise und wir können bei ihr eine ganz besondere Fügung Gottes mit Händen greifen. Bevor wir aber den Lebensweg von Josefina Bakhita etwas genauer betrachten lasst uns mit dem Kreuzzeichen beginnen und dem Herrn, unserem Gott, auch für unseren behüteten Lebensweg einen Hymnus darbringen.

Der Leidensweg von Josefina Bakhita

Mit sieben Jahren wurde Bakhita zusammen mit ihrer Freundin von arabischen Räubern in der sudanesischen Provinz Darfur gefangen und an Sklavenhändler mehrfach verkauft. Es folgte ein erschütterndes Schicksal. Als sie nämlich fliehen konnte, wurde sie wieder eingefangen, in Ketten gelegt und noch brutaler behandelt. Mehrfach wechselte sie ihren Besitzer. Ihr schreckliches Sklavendasein änderte sich erst, als Bakita an den italienischen Konsul Callisto Legnani übergeben wurde, der sie gut behandelte und freilassen wollte. Doch dann übergab er die mittlerweile 16-Jährige seinem Freund Augusto Michieli und sie wurde nach Italien gebracht, um dort Kindermädchen zu werden.

Bakitas Lebensweg war mittlerweile bei vielen Menschen bekannt geworden und als sie am 9. Januar 1890 im Kloster zu Venedig getauft wurde, nahm eine große Menschenmenge an diesem Ereignis Anteil. Sie trat in diese Ordensgemeinschaft ein und legte am 8. Dezember 1895 ihre ewige Profess ab. 1902 wurde sie in ein Haus in Chio in der norditalienischen Provinz Vicenza entsandt, wo sie nun den Rest ihres Lebens verbrachte. 21 Jahre lang arbeitete sie als erste Köchin und hatte dabei mehr als 130 Kinder, 40 Schwestern und viele Studentinnen zu versorgen. Anschließend wurde sie Pförtnerin und Küsterin.

Die „Heilige Braunen Mutter“

Die schwarze Ordensschwester wurde zur Sensation in der damaligen Kirche und ihr Schicksal bewegte viele Menschen in Europa. Man nannte die immer freundliche und lächelnde Nonne: „la nostra madre moretta“ (unsere kaffeebraune Mutter). Sie wurde ermutigt, ihre Erlebnisse in einem Buch niederzuschreiben und sie reiste durch Italien, um vom Weg ihrer Befreiung Zeugnis zu geben. Kirchen und Versammlungen waren oft überfüllt. Aber dieses Sich-zur-Schau-Stellen war für Josefina auch ein Leiden, und in den letzten Jahren verstärkten sich Herzkrankheiten und Asthma.

Ihre letzten Lebensjahre waren von Schmerz und Krankheit geprägt, doch behielt sie ihre Fröhlichkeit. Gefragt, wie es ihr gehe, lächelte sie stets und antwortete, „wie der Herr es wünscht“. In ihren letzten Tagen war sie geistig zurückversetzt in ihre Jahre in der Sklaverei und die Schrecken ihrer Kindheit wurden zum Trauma. Oft schrie sie im Delirium: „Bitte, lockert die Ketten… Sie sind so schwer.“

Schwester Josephine Bakhita starb am 8. Februar 1947. In den drei Tagen, in denen der Leichnam aufgebahrt war, zog die halbe Stadt Schio an ihrem Totenbett vorüber. Das Schicksal und die wunderbare Fügung der „Santa madre moretta“, der „Heiligen Braunen Mutter“, wie sie nun genannt wurde, hat viele Menschen aufgerichtet.

Heiligsprechung und Gedenken

Am 17. Mai 1992 wurde Bakhita durch Papst Johannes Paul II selig-, und am 11. Oktober 2000 heilig-gesprochen. Ihre Gebeine werden im Kloster der Canesianerinnen in Chio bewahrt, dessen Kirche zu einem Sanctuarium, einer heiligen Gedenkstätte, eingerichtet wurde. Papst Franziskus erklärte den Gedenktag von Josephine Bakhita zum „Internationalen Tag des Gebetes für die Opfer von Menschenhandel.“

Abschlussgebet

Halleluja

In jener Zeit zog Jesus durch alle Städte und Dörfer, lehrte in den Synagogen, predigte das Evangelium vom Reiche und heilte alle Krankheiten und Gebrechen. Als er die Volksscharen sah, hatte er Mitleid mit ihnen, denn sie waren so elend und verlassen, wie Schafe die keinen Hirten haben. Ach ja, wie viele Menschen leben so elend und verlassen, wie Schafe die keinen Hirten haben! So viele Kinder, die ihre Eltern verloren haben; so viele Mädchen und Frauen, die Spielball von Begierden und Willkür sind!

Verlorene Schafe ohne Hirten. Aber du bist der allzeit gute Hirte für alle Menschen, der jedes Schicksal letztlich zum Guten wenden kann und wird. Und wenn er uns ruft, gute Hirten für bestimmte Menschen zu sein, dann lasst uns in seinen Dienst treten!

Schlussgebet

Vater unser

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