Heinrich Hahn: Ein Leben für die Mission

Heinrich Hahn: Ein Leben für die Mission

Einleitung

Guten Morgen und grüß Gott am heutigen Montag, dem 11. März, dem Montag in der 4. Fastenwoche, an welchem wir Jesus so überaus mitfühlend mit einem Vater erleben, dessen Sohn im Sterben liegt. Und das Schöne ist, dass dieser Mann mit seinem ganzen Hause gläubig wurde. Wie viele Menschen werden heute in den Krankenhäusern gepflegt und geheilt, vielleicht wirklich vor dem Tode bewahrt, aber die Dankbarkeit an Gott bleibt aus. Lasst uns heute daran denken, dass auch wir sicherlich schon oft Heilung erlebt haben und Gott unseren Dank bringen wollen und im Glauben gestärkt werden. So stellen wir diesen Tag unter das heilige Zeichen des Kreuzes, in welchem uns alles Heil geschenkt wird: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied: Nun saget Dank und lobt den Herren

Die Bedeutung von Missio und Heinrich Hahn

Jeder von uns kennt sicherlich das internationale Missionswerk Missio mit der Zeitschrift gleichen Namens. Diesem päpstlichen Missionswerk ist die Einführung eines Weltmissionssonntags jeweils im Oktober zu verdanken, der den Weltmissionsgedanken in der Kirche lebendig halten will und die Mission in allen Kontinenten tatkräftig unterstützen will. Dies scheint umso notwendiger, als seit einigen Jahrzehnten der Missionsgedanke sehr zurückgedrängt worden ist, zugunsten eines Verständnisses der Gleichberechtigung aller Religionen. Um so dringender ist es, sich zu erinnern, dass allein Christus das Heil der Welt ist und keine Religion und keine Weltanschauung der Welt ihm gleichgesetzt werden kann.

Dabei stoßen wir heute auf einen Mann, der das Missionswerk, von dem wir vorhin gesprochen haben, entscheidend ins Leben gerufen hat: es ist Heinrich Hahn aus Aachen. Sein Leben und Wirken steht im starken Kontrast zu vielen Märtyrer- und Bekennergeschichten, die wir bei den Heiligen kennen. Hier begegnen wir einem Mann, der ganz im bürgerlichen Leben Deutschlands verwurzelt ist.

Geboren im Jahre 1800 in Aachen, hat er eine hervorragende humanistische Schulbildung erhalten, wurde nach im Studium am 23. Juli Doktor der Medizin und dann niedergelassener Arzt in Aachen. Gleichzeitig widmete er sich auch wissenschaftlichen Studien und veröffentlichte 1853 eine Arbeit über tuberkulöse Hirnhautentzündung, die von der medizinischen Gesellschaft in Bordeaux mit dem ersten Preis, einer Medaille in Gold, ausgezeichnet wurde. Die katholische Universität Löwen zeichnete Heinrich Hahn 1874 mit dem Ehrendoktor der Medizin aus.

Die Religiosität von Heinrich Hahn

Und was hat dies alles mit Gläubigkeit oder gar Heiligkeit zu tun? Schon die katholische Universität Löwen begründet ihre Urkunde mit der beruflichen Erfassung des Gelehrten, die ganz religiösem Geist getragen sei. Außerdem lebt und wirkt er ganz im Geist der katholischen sozialen Verantwortung. Er ist Stadtrat in Aachen und später noch Mitglied des preußischen Landtags.

Aber es ist ein ganz anderes Feld, in welchem er seine tiefe Religiosität und katholische Gläubigkeit lebt: Das ist die Gründung, Organisierung und Ausbreitung des Xaverius-Vereins in Deutschland. Ab dem Jahre 1832 beginnt er dieses Werk und reicht 1837 die kirchliche Anerkennung für eine „Bruderschaft des heiligen Franz Xaver.“ Zur Erinnerung: Franz Xaver war Mitbegründer des Jesuitenordens des heiligen Ignatius von Loyola, und er trug den katholischen Glauben im 16. Jahrhundert bis nach China und Japan. Damit ist das Missionswerk Heinrich Hahns deutlich gekennzeichnet. In einer Zeit, in der die europäischen Staaten als Kolonisatoren fast die ganze Welt besetzten und so zu politischen und wirtschaftlichen Globalmächten wurden, setzte er einen ganz anderen Akzent: er wollte den Missionaren in ihrer Verkündigung des Evangeliums und dem Aufbau der katholischen Kirche tatkräftige Hilfe und Unterstützung geben. Nicht Kolonisierung war seine Idee, sondern Christianisierung und Heimholung der Völker der Welt in das Reich Jesu Christi. Von Aachen aus fand die Organisation rasche Verbreitung in allen deutschen Bistümern und und Millionen von Katholiken nahmen dadurch aktiv an der Weltmission teil. Es entstand daraus das internationale Missionswerk Missio, das wir eingangs schon kurz dargestellt haben. Heinrich Hahn – ein Weltmissionar im bürgerlichen Heim!

Halleluja

Und Jesus trat auf seine Apostel zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Darum geht zu allen Völkern, macht alle Menschen zu meinen Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seit gewiss: ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. An diesem Auftrag hat Heinrich Hahn mit allen Kräften teilgenommen. Es war nicht sein Weg, in die Welt hinaus zu ziehen wie die vielen vielen Missionare in jener Zeit. Seine Aufgabe war es, sie von der Heimat aus zu unterstützen und den Missionsgedanken im eigenen Land lebendig zu halten. Ich denke, jeder von uns wird an seiner Stelle an diesem Werk teilnehmen. Heinrich Hahn hat uns den Weg gezeigt, wir gehen darauf weiter.

Gebet: Vater unser

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