Lichtblicke für ein vom Krieg gezeichnetes Land (Spendenübergabe an die Ukraine 2024)

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Der Anstoß: Ein Faltblatt

Ein Faltblatt erreicht uns

Eines Tages im Herbst 2023 flatterte uns ein Faltblatt der „Schwestern der heiligen Elisabeth“ in der Ukraine in die Hände. Darin wurde die Hilfstätigkeit dieser Schwestern für Kinder, Arme und Kranke in einem vom Krieg gezeichneten Land vorgestellt und um Unterstützung gebeten. Das hat uns sehr angesprochen.

Wechsel des Projekts

Da unser bisheriges Projekt, ein Kinderheim in Solca, Rumänien, ausgelaufen war, entschlossen wir uns, uns dieser Aktion der Schwestern zuzuwenden. Wir, das sind die Mitarbeiter der Mutter-Teresa-Equipe der CJC- Malgarten: Margret Castrup, Hannes Müssing, Juha Eerola, Richard Igelmann, Eva Schuller, Kerstin Kleine-Kohlbrecher, Kai Ruther und Pastor Anton.

Planung der Reise

Schnell entschlossen wir uns, konkret Kontakt aufzunehmen und eine Reise dorthin zu planen. Wir wissen: nichts kann ein direktes Kennenlernen ersetzen! Und ein Blick auf die Landkarte Osteuropas verriet uns, daß die Entfernung zum Ort der Tätigkeit der Schwesterngemeinschaft, Tscherwonograd, ca. 50 Km hinter der polnisch-ukrainischen Grenze, „nur“ rd. 1350 Km beträgt. Zum Vergleich: Die Entfernung nach Solca, Nordost-Rumänien, beträgt über 2000 Km – und die sind wir mehrfach gefahren. Also war klar: Wir werden hinfahren!

Die Fahrt

Bis zur polnisch-ukrainischen Grenze: Außengrenze der EU

Die Fahrt verlief zunächst ganz flott und reibungslos auf guten Autobahnen über Berlin, Warschau, Lublin – von da an zum Teil holprige Landstraßen bis zur polnisch-ukrainischen Grenze, die wir ca. 2.30 Uhr erreichten. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass es noch solche Grenzen hier in Europa gibt, aber an der ukrainischen Grenze beginnt nun doch eine andere Welt.

Der Krieg wirft seine Schatten. Nicht nur, dass die Arbeit der Grenzbeamten äußerst schleppend und langsam vorangeht – stundenlang hat man zu warten – zu allem Übel verweigerte man unserem Fahrer Emanuel die Einreise, weil er nur einen deutschen Aufenthaltstitel besitzt, keinen deutschen Pass. Alles Reden und Erklären, auch der Hinweis auf unsere Kinderaktion, half nichts. Wir mussten umkehren und Emanuel in einem ca. 5 km entfernten Hotel auf polnischer Seite unterbringen. Dann hatten wir erneut die Grenzformalitäten zu durchstehen. All das dauerte über 6 Stunden!! Endlich weiter…!

Ukraine spendenannahme

Kirche und Kinderhort

Führung durch das Gemeindezentrum

Dann gab es von Pfarrer Mykola zunächst eine Führung durch das Gemeinde-Zentrum: die Räumlichkeiten für die Betreuung der Kinder aus der Umgebung – die allerdings z. Zt. wegen der Ferien in einer Freizeit betreut wurden, also jetzt hier nicht anwesend waren.

Aber bald werden sie wieder hier sein – und dann werden die Schwestern ganz für sie da sein.

Kirche und Kirchen in Tscherwonograd

Tscherwonograd hat ca. 64.000 Einwohner. Nur 2% sind katholisch, 8% griechisch-orthodox (mit Rom verbunden). Andere sind ukrainisch-orthodox.

Die ukrainisch-orthodoxe Kirche

Imposant ist die ukrainisch-orthodoxe (d. h. katholische, mit Rom vereinte) Kirche. Über die Ikonostase (d. h. Bilderwand vor dem Altarbereich) hinaus strahlen von allen Wänden die Bilder vom Leben und Wirken Jesu und Mariens, sowie vieler Heiliger. Besonders eindrucksvoll ist das Großbild vom Jüngsten Gericht – Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle in Rom nachempfunden – auf welchem Putin im Feuer der Hölle gezeigt wird.

Der Vorplatz des ehemaligen Kulturzentrums

Weiter ging es zum Vorplatz des ehemaligen Kulturzentrums, auf dem ein „Wald“ von Bildern aufgestellt war: Bilder aller Gefallenen der Stadt und des Stadtkreises. Oft, so erzählt uns Mykola, sind hier bei den Bildern Mütter mit betenden und weinenden Kindern zu sehen. (vgl. das Bild auf der folgenden Seite)

Basilianer-Kloster

Es folgte noch ein kurzer Besuch im Basilianer-Kloster: ein Mönchskloster, vergleichbar mit einem Benediktiner-Kloster.

Der Altarbereich in der orthodoxen Kirche

Für uns ungewohnt: Der Altarbereich ist in der orthodoxen Kirche durch eine „Ikonostase“ (= Heiligen-Bilderwand) verdeckt. Das Heilige soll für uns Menschen heilig und geheimnisvoll bleiben.

Die Rückfahrt: Krakau und Breslau

Krakau

Auf der Rückreise haben wir dann – wieder nach dreistündigen Grenzformalitäten – unseren Emanuel an Bord geholt, um nun noch Krakau zu besuchen und die äußerst schöne Altstadt zu besichtigen: den großen Marktplatz mit den Tuchhallen bis zur Wawel-Burg. Auffallend, außer den Touristenscharen, die vielen und großen Schulgruppen, die durch die Stadt geführt wurden; bemerkenswert auch eine Militär-Werbeveranstaltung: äußerst junge Soldaten, die mit Musik und Show-Märschen viele Schaulustige anlockten. Der Krieg in der Ukraine betrifft besonders Polen! Bemerkenswert aber auch, daß in drei Kirchen Gebetswachen stattfanden: in der Woytschech-Kapelle am Marktplatz und in der großen Marienkirche.

Hier regierten die Könige Polens bis 1795. Hier entstand auch die Kathedrale, Sitz der Polnischen Erzbischöfe. Auch Karol Wojtyla hat hier energisch gegen das kommunistische Regime gewirkt bevor er als Papst Johannes Paul II. in Rom lebte.

Breslau

Bei einem Kurz-Stop in Breslau konnten wir die großartige polnische Wiederaufbau- und Restaurierungsleistung bewundern. Wir erinnerten uns, dass diese Stadt am Ende des Krieges zur Festung gegen die Rote Armee erklärt und dann fast völlig zerstört worden war. Jetzt war es eine sehr schöne und von jungen Leben erfüllte Stadt. Breslau ist auch ein großes Zeichen der Versöhnung von Deutschen und Polen. Denn Breslau, Hauptstadt Schlesiens, war „ewig“ eine deutsche Stadt gewesen. Am Ende des 2. Weltkrieges aber wurde die gesamte Bevölkerung vertrieben und wie der gesamte Osten Deutschlands (Schlesien, Westpreußen, Ostpreußen, Pommern) der polnischen Bevölkerung übergeben, die aus Ostpolen vertrieben waren, das nun der Sowjetunion (Russland) zugeschlagen wurde. Dieser Vorgang blieb lange eine schwere Wunde für Deutschland und die Vertriebenen. Verbände hofften noch lange, wieder in die Ostgebiete zurückkehren zu können. Willy Brandt, Bundeskanzler, schloss 1972 die „Ostverträge“ und erkannte endgültig die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Grenze als polnisches Staatsgebiet an. So ist Breslau eine polnische Stadt (Wroclaw) mit deutscher Geschichte und ein Symbol der Aussöhnung nach Schrecken des 2. Weltkrieges.

Planmäßig konnten wir dann am Freitagabend ca. 18:30 Uhr wieder Malgarten erreichen und mit einer Meßfeier, zu der sich noch einige Freunde/Freundinnen einfanden, und einem anschließenden ersten Reisebericht für die Interessierten unser Unternehmen dankbar abschließen.

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