Maria Himmelfahrt

Maria Himmelfahrt

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„Maria Himmelfahrt“ heißt im Volksmund das Marienfest, das am 15. August in der ganzen Kirche gefeiert wird. Richtig heißt es:
„Fest der  Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit“.

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Peter_Paul_Rubens_-_The_Assumption_of_the_Virgin_Mary_-_Google_Art_Project.jpg

 

 

 

 

 

Aufnahme Mariens in den Himmel –
die Apostel an der Grabstätte Mariens

 

Das Dogma
Es ist eigenartig, dass die offizielle kirchliche Erklärung, also das Dogma, erst rund 1900 Jahre nach Ereignis selbst verkündet wurde, und zwar am 

1. November 1950. Da erklärte Papst Pius XII.: „Wir verkünden, erklären und definieren es als ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.“ 
Warum mußten 1900 Jahre vergehen, bis es zu dieser entgültigen Erklärung kam? War es die Ungewißheit in dieser Sache? Nein – eher war es umgekehrt. Denn in der Kirche wurde schon seit dem 5. Jahrhundert das Fest von der „Entschlafung Mariens“ gefeiert und im gläubigen Volk war dieser Glaube ohnehin schon immer tief verankert. 
Dies vor allem durch die vielen sicher bezeugten Marienerscheinungen von Anfang an. 
Ein Problem allerdings war dabei immer, dass es in der Bibel keine Beschreibung vom Tod bzw. der „Entschlafung“ und „Himmelfahrt“ Mariens gibt, wie dies bei Jesus der Fall ist. 
Die erste biblische Bezeugung dieses Glaubens finden wir In der Apokalypse des heiligen Apostels Johannes, dem letzten Buch der Heiligen Schrift. Jedoch finden wir hier keine Beschreibung des Vorgangs, wie etwa bei der Himmelfahrt Jesu, sondern eine Vision von der geheimnisvollen Frau am Ende der Zeiten. Diese Vision wird auch am Fest als offizielle Lesung vorgetragen: „Es erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.“ Wer sollte diese Frau sein, wenn nicht Maria, die Gottesmutter? 
https://www.radiospada.org/2019/07/s-celestino-i-e-il-primato-romano-al-concilio-di-efeso/
 
 
 
 
Das Konzil von Ephesus
 
 
Theologische Erwägungen 
Der heilige Paulus schreibt an die Korinther: „Christus ist von den Toten auferweckt worden als erster der Entschlafenen. Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.“
Wenn aber sogar a l l e  lebendig gemacht werden, dann die Mutter des Herrn sicher als Erste. 
Es ist die klare Offenbarung der Heiligen Schrift, dass der Tod die Folge der Sünde ist, die Adam und Eva im Paradies begangen haben. Paulus:
„Wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.“
Aber Maria wurde von ihrer Empfängnis an diesem Sündenschicksal entnommen. So muss gefolgert werden, dass sie nicht wie alle anderen Menschen sterben mußte. Ja, sie hat Leid und Elend des menschlichen Lebens getragen – aber nicht als Schicksal der Sünde bzw. Erbsünde, sondern wie ihr Sohn und 
mit ihrem Sohn als Sühne für die Menschen. Ihr „Tod“ war dann eine sanfte Enschlafung – hinein in die erlösende Macht ihres Sohnes und ihre Erhebung zur himmlischen Herrlichkeit. 
So hat es auch die kirchliche Tradition von frühesten Zeiten gefeiert und es wurde seit dem Konzil von Ephesus (431), auf dem die Gottesmutterschaft Mariens feierlich dogmatisiert wurde, offiziell als „Fest der Entschlafung Mariens“ in den kirchlichen Kalender aufgenommen. 
Unter diesem Namen blieb das Fest in der Ostkirche verankert. In der Westkirche bekam es den Namen
„Assumptio Mariä“ – also „Aufnahme Mariens“ in den Himmel. 
Einen Beweis für diesen Glauben der ganzen Kirche seit frühen Zeiten ist auch das Rosenkranzgebet. Immer schon wurde im 4. und 5. Gesätz des Glorreichen Rosenkranz gebetet:
„Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat“, und „Jesus, der dich, o Jungfau, im Himmel
gekrönt hat.“ 
https://www.histolia.de/karien/ephesos/ephesos-karien-bilder.html
 
 
 
 
 
 
Die Ruinen der Marien Kirche in Ephesus
 
 
 
Das Dogma von 1950
Warum also überhaupt noch dieses Dogma? Irgendwie gab es in der Kirche
schon länger dieses Anliegen. Auf dem Vaticanum I (1870) gab es schon eine solche Initiative, die aber von Papst Pius IX. nicht angenommen wurde. 
Es sollten erst noch die Schrecken der beiden Weltkriege nötig sein, um dieses Anliegen zu realisieren. 
Zwei Motive waren es dann, die das Thema aktualisierten:
https://www.yadvashem.org/de/holocaust/about/final-solution/auschwitz.html
 
 
 
 
 
 
Die Todes rampe im KZ Auschwitz
 
 
 
– Zunächst die Leichenberge dieser Kriege und die Verbrennungsöfen der lNazis. 
Nie wurden bisher in der Menschheit solche Massen an Leibern wie Unrat vernichtet, verscharrt, verbrannt…
Der Mensch erhebt sich zum brutalen Herrn über den Menschen, über Leben und Tod und erfindet die Waffe, welche die ganze Menschheit vernichten kann: Die Atombombe
Dagegen verkündet dieses Dogma die erlösende Macht Gottes, die Wahrung seiner Würde als Geschöpf Gottes, seine Unsterblichkeit und Rettung mit Leib und Seele. Egal, was der Mensch in teuflischer Verschlagenheit treibt – Gott ist und bleibt der Herr und Retter. 
„Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten können, nicht aber die Seele. Fürchtet nur den, der Leib und Seele in die Hölle stürzen kann!“ so spricht Christus. 
Denn die Botschaft von der Aufnahme Mariens in den Himmel, bedeutet, daß sie die Erste ist, welcher a l l e folgen werden: die Einen zur verdienten Verdammnis, die Anderen zur ersehnten Seligkeit. 
https://www.dosb.de/aktuelles/news/detail/die-neue-zeitschrift-leistungssport

https://www.archdaily.com/1025757/sportarena-olympiapark-munich-sap-garden-3xn
 
 
– Das andere Motiv ist die Vergötzung des Leibes, die sich vor allem in zwei Formen entfaltet. 
* Die Vergötzung des Leibes als Lust- und Genußmittel. Das wird gerade heute durch die Sexualität, besonders der weiblichen, in exzessivem Maße  betrieben. Die heutigen  CSD-Paraden o. ä. lassen ahnen, was der Apostel Johannes in einem visionären Bild vorstellt: „Komm ich zeige dir das Strafgericht über die große Hure, die an den vielen Gewässern sitzt, denn mit ihr haben die Könige der Erde Unzucht getrieben und vom Wein ihrer Hurerei wurden die Bewohner der Erde betrunken (…) Auf ihrer Stirn stand ein Name, ein geheimnisvoller Name: Babylon, die Große, die Mutter der Huren und aller Abscheulichkeiten der Erde. Und ich sah, dass die Frau betrunken war vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu.
* Die zweite Form der Vergötzung des Leibes ist der Sportbetrieb. Der leiblichen Gesundheit, Stärke, Eleganz und Leistung gilt ein weltumspannender Kult. Millionen und Abermillionen werden aufgewandt, um in riesengroßen Stadien, d. h. modernen Mega-Kathedralen, die Massen ihre Leidenschaften für sportliche Leistungen, Siege und Medaillen austoben und zelebrieren zu lassen. Sie haben in der modernen Gesellschaft den Sonntag und die Kirchen verdrängt und verkündigen ihre Botschaft von der Rettung der Welt – nicht durch Gott – sondern durch Sport. 
Dem stellt sich das Fest der Himmelfahrt entgegen und verkündet die Erhebung der „niedrigen Magd“ auf den ewigen Thron des Sieges über die Arroganz der Welt. Sie verkündet das Erbarmen Gottes über alle, die ihn fürchten – nicht über die, die ihn verachten. „Er zerstreut die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.“ 
Ja, die Himmelfahrt Mariens zeigt uns, wer am Ende die Welt gerettet und wer schließlich in den Abgrund gestürzt wird. 
Die Verkündigung dieses Dogmas vor über 70 Jahren sollte der Welt eine unmissverständliche Warnung – und Botschaft sein. 
Die Entschlafung und Bestattung Mariens und ihre geheimnisvolle Entrückung. 
Wie schon gesagt, es gibt in der heiligen Schrift, weder in den Evangelien noch in der Apostelgeschichte oder den Briefen der Apostel, keine Darstellung der Vorgänge um die Entschlafung Mariens. 
Nur das apokryphe Jakobus -Evangelium, das aber nicht in die offizielle Heilige Schrift der Kirche aufgenommen wurde, lässt uns teilhaben an diesen Vorgängen. 
Danach können wir uns die letzten Tage der Mutter Gottes auf dieser Erde so vorstellen:
Da Maria dem Apostel Johannes als Mutter anvertraut worden war (und er selbst der Mutter als Sohn), dürfen wir fest davon ausgehen, dass Maria mit diesem Apostel nach Ephesus gezogen ist, wo er als Missionar und Patriarch für die damalige Provinz Asien gewirkt hat. In Ephesus gibt es bis heute das Haus Marias, wo sie damals gewohnt hat. Hier ist auch das Grab des Apostels Johanes, der in Ephesus gewirkt hat und hier gestorben ist. Als nach ca. 20 Jahren (48/49) das Apostelkonzil  abgehalten wurde, kamen alle Apostel aus den verschiedenen Weltregionen, in denen sie wirkten, in Jerusalem zusammen und zwar auf dem Zion, wo sich der Abendmahlssaal befand und die übrigen Räumlichkeiten der ersten Christenschar. Hier fand sich also auch Johannes mit Mutter Maria ein. 
Und hier sollte sich der irdische Lebensweg der Muttergottes vollenden. Inmitten der Apostelschar ist sie sanft „entschlafen“. 
Bis heute heißt dieser Ort, der mit einer schönen Kirche und einem Benediktinerkloster ausgestattet ist, „Dormitio“, d. h. Entschlafung, und in der Krypta ist eine wunderschöne
Darstellung dieser entschlafenen Gestalt zu sehen. 
https://www.heiligenlexikon.de/Literatur/Johannes-Kirche_Ephesus.html
 
 
 
 
 
 
Grab des Apostels Johanes in Ephesus
 
 
 
Nun wurde der Leib Marias würdevoll bestattet. Jedoch nicht hier oben auf dem Zion, sondern in der Familiengrabstätte ihrer Eltern Joachim und Anna, welche sich im Kidrontal nahe der Verratsgrotte des Judas befindet. 
Nach dem Hinscheiden der Muttergottes wurde nun ihr Leib von den Aposteln und allen anwesenden Gläubigen dorthin getragen. Der Weg führte vorbei an den Stätten des Leidens Christi, dem Palast und Hof des Hannas und des Kayafas. In Sichtweite erhob sich der Golgatha-Hügel, und dann führte der Weg an der gewaltigen Tempelmauer entlang hinunter zum Bach Kidron, den Jesus nach dem Abendmahl überschritt, um in Gethsemane sein Leiden zu beginnen. 
Dann wurde ihr Leib unter Gebet und Gesang nach Jüdischen Ritual in einer Nische niedergelegt. Dabei taten natürlich die Frauen, so wie beim Begräbnis Jesu, mit Salbungen ihren besonderen Dienst. 
Eine Gebetswache wurde gehalten bis die Nacht sich über das Tal senkte und man in aller Stille durch das wie ausgestorben wirkende Jerusalem zum Zion zurückkehrte. 
Natürlich stand auch der folgende Tag noch ganz unter dem Zeichen des Abschieds von der Mutter. 
Doch als man an der Grabstätte angelangt war und die Vorhänge beseitigte, fand man den Leib nicht mehr. Stattdessen war die Stätte mit wunderbaren Rosen und Lilien erfüllt, die einen lieblichen Duft ausströmten, und von fern war stiller, wunderbarer Engel- Gesang zu hören, wie einst auf den Fluren Bethlehems. 
Den Aposteln war nun gänzlich klar: der Herr hatte seine Mutter heimgeholt und dürfte nun bei ihm mit Leib und Seele die himmlische Herrlichkeit genießen. Wir dürfen sicher annehmen, dass die Apostel und die ganze Christengemeinde nun einen frohen Gesang anstimmte, vor allen Dingen das einzigartige Lied Marias:
Hochpreist meine Seele den Herrn und mein Geist jubelt über Gott meine Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter … 
Diesen Gesang pflegt die Kirche aller Zeiten in ihrem Abendgebet und preist so das wunderbare Erlösungswirken Gottes, das er auch für uns zur Vollendung bringen wird. 
Nun kehrten die Apostel zurück zu ihren Missionsgebieten; Johanes wieder nach Ephesus, wo er bald heftigen Verfolgungen ausgesets war, auf die Insel Patmus verbannt wurde, wo er die Apoklypse niederschrieb, die Visionen von Ende der Welt, in denen nun auch die veherrlichte Mutter einen festen Platz einnimm.
https://www.marypages.com/maria-himmelfahrt.html
 

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